Liberation

Man wundert sich. Aber es scheint einigen vermeintlich progressiven Tierrechtlern immer noch nicht in den Kopf gegangen zu sein, dass Charles Darwin das Leben auf ein biologisches Leben reduziert, indem es um das Überleben und die natürliche Selektion geht. Das heißt mit anderen Worten, was nichtmenschliche Tiere anbetrifft, sie leben im Sinne des evolutionären Existenzschemas nicht aus anderen, den Tier-Kulturen inhärenten Gründen. Darwin war kein insgeheimer Proponent von dem was sich später mal zu Tierrechten hätte entwickeln können. Die Tierrechtler, indem sie sich immer wieder gerne auf Darwins Thesen berufen, kommen selbst nicht zur einer tatsächlich befreienden Einsicht über Tiere und das Mensch-Tier Verhältnis.

Die Abrahamitischen Religionen und die meisten Religionen überhaupt haben dem Menschen ein trügerisches Podest über dem Fremden und den Tieren und der Natur errichtet. Weiter zurückliedend, die Wiege unserer Zivilisationen, die griechische und die römische Antike, legte den Grundstein für den homozentrischen Speziesismus.

Nun, Charles Darwin hat mit seiner naturwissenschafltichen Einsicht über das evolutionäre Seinskontinuum keinen ethischen Schritt mit einer politischen Konsequenz in Hinsicht auf das Tierreich bewältigt. Er hat lediglich die Welt des Schöpfergottes ausgetauscht mit dem prozesshaften Diktat des Kausalismus der Biologie.

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Ein Kommentar

  1. veganswines

    „Darwinism is what you get when you focus on the micrological details, resolutely refusing to lift your eyes to the level of the whole….“ ( http://www.thenation.com/doc/20020610/hawkes )

    Es ist die Frage ob man Tiere in die rein biologische Ecke packt, oder stattdessen vom Hierarchiekonstrukt: human cognition vs. animal cognition absieht und sich neuen Betrachtungsweisen über Tiere und Tierrechte zuwendet. Sähen wir Tiere in einem erweiterten enviro-politischen Kontext, in dem sie irdische Mitlebewesen sind – was bedeutet, dass sich allein durch die Tatsache unseres gemeinsamen auf-der-Erde-Seins, ein Kontinuum im Bereich des erlebten und selbst-gelebten Lebens und Sterbens ergibt -, dann wird auch klar, dass wir eine am menschlich sozialen ausgerichtete Kritik an den biologistischen Konstrukten zur Klärung der Ursachen von Homozentrismus und Speziesismus anführen können. Und zwar in diesem Relationszusammenhang möchte ich folgendes Zitat anbringen:

    „Nur wenige Meinungen waren plausuibel genug, um in dem harten Konkurrenzkampf der freien Meinungen, der durch das ganze 19. Jarhundert tobte, bestehen zu können, und nur zwei erwiesen sich als stark genug, um wirkliche Ideologien hervorzubringen – oder richtiger in sie zu degenerieren. Die eine ist die zur Ideologie erstarrte marxistische Lehre vom Klassenkampf als dem eigentlichen Motor der Geschichte, und die andere ist die von Darwin angeregte und mit dem marxistischen Klassenkampf in mancher Beziehung verwandte Lehre von einem von der Natur vorgeschriebenen Rassenkampf, aus dem sich der Geschichtsprozeß, vor allem der Auf- und Abstiegsprozeß von Völkern, ableiten läßt. Aber weit über die Grenzen der Gebiete, in denen diese Zwangsdoktrinen galten, hat die nicht gezwungene öffentliche Meinung sie in solchem Maße als das ihr Gemäße und evident Erscheinende akzepziert, dass nicht nur volkstümliche, polpuläre Darstellungen, sondern auch die für die Gebildeten geschriebenen Geschichtsbücher zumeist unausdrücklich das Katergoriensystem einer der beiden Ideologien verwenden, als verstünde es sich von selbst.“

    ARENDT, Hannah, Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft, München 1986, S. 353.

     

     

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