Getagged: veganer hedonismus

Vegan Greening

Ich habe schon lange nichts mehr auf diesem Blog geposted. Vielleicht schaffe ich es wieder anzufangen. In den letzten zwei Jahren hat sich in Sachen Veganismus ja so einiges getan. Meine älteren Blogeinträge spiegeln die Themen wieder, die im Jahr 2010 noch brandaktuell waren, in meinen Zirkeln zumindest.

Was jetzt vielmehr ein Thema scheint ist, ob der Veganismus sich zunehmend zum Konsumerismus entwickelt. Zu begrüßen ist, dass das Vegansein für immer mehr Menschen zur gelebten Realität wird. Es ist klar, dass in einem gewissen Rahmen die Wirtschsaftlichkeit einer Sache die „Dingbezogen“ ist (wie das beim Veganismus halt der Fall ist, denn es geht ja auch um Produkte und nicht nur um das ethische in der Theorie) Sinn macht. Aber, der „Run“ auf die gewinnbringende Vermarktung hat ein Übergewicht bekommen, so scheints.

Was kann man dagegen setzen, wenn man denn will?

Vegansein, wie manifestiert sich das in meinem Leben? Nicht durch ekzessiven Konsum, ich versuche meinen Konsum überhaupt soweit wie möglich einzuschränken. Vegansein heißt für mich auch die Mechanismen zu stoppen, die die Welt zur bloßen Ressource für Menschen macht, gemacht hat und das weiterhin machen will. (Ressource kann in dem Fall auch heißten, das man etwas inhaltlich oder ästhetisch „verkonsumiert“, statt es sinnvoll zu kontemplieren z.B.)

Vegansein heißt für mich primär über Wege nachzudenken, wie man sich als VeganerIn in die tägliche kleinpilotische Ebene in der Gesellschaft einbringen kann. Denn Kleine Taten auf der kleinen Ebene machen mit ein Ganzes aus. Nonkonformismus ist für mich zum (klein-)politischen Handeln ein Schlüsselbegriff. Wenn ich den Mut zum eigenen Individualismus habe, dann habe ich auch Mut mir eigene Meinungen zu bilden und nicht nur Slogans und überanstrengte Argumente und Theorien zu reproduzieren.

Hin- und her, ich blogge wieder, weil es mich ein wenig besorgt, dass der Veganismus, statt in all seinen pluralistischen Möglichkeiten genutzt zu werden, eher einen Vegankonformismus hervorgebracht hat. Wenn eine Gruppe oder Bewegung stark konformistisch ist, gibt es auch eher geschlossene „Oppositionsblöcke“ die im Gegenzug auftreten. Ich befürchte der Speziesismus verhärtet sich, wenn Veganismus nicht in alle Gewebe eindringen kann.

Wie Wasser, das das Grün einer Wiese benetzt und die Erde tränkt.

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In which case exactly vegan-gourmetism can be counterproductive

Klar, es ist zur Zeit eine recht dekadente Welle sich mit Fressereien, sprich Kochen und Essen, intensivst zu befassen. Diese Gourmet-Fresswelle hat meines erachtens nach mit aller Wahrscheinlichkeit damit etwas zu tun, dass man den Vorgang des Kochens und des gemeinsamen Essens von omnivoren Narhungsmitteln als äußerst kultiviert und gesellschaftstiftend darstellen will. Ich fage mich allerdings ob herbivore Menschen sich wirklich auch in irgendwelche Ekzesse des Kochens mit reinstürzen müssen. Denn wenn jemand vegan ist, so sollte man meinen, ließe sich doch davon ausgehen, dass dieser Mensch zur tieferen Einsicht fähig ist, die ihm eigentlich auch klar machen müsste, dass man seine Zeit tatsächlich auf sinnvollere Weise verbringen kann als im Universum der Köche und Schlemmenden!

Sich dieser Welle beigesellend sind die Art Leute, die sich auf der Basis von Convenience Foods ernähren, was ja irgendwie auch hedonistische Züge trägt. „Convenience-Food Veganer“ ist für mich echt ein Schimpfwort, aber es gibt echt eine (relativ große) Handvoll von Veganern die ihr Geld für alle möglichen veganen Convenience Foods ausgeben, und mit dieser Vorliebe auch noch prahlen als sei das eine werbeeffiziente Handlung zur Überzeugung von Nicht-Veganern dahingehend wie toll und leckermäßig es doch ist vegan zu sein. Wobei da dann auch noch die Sache mit dem „schmeckt wie Fleisch“ oder „sieht aus wie Wurst“, usw usf dazukommt. Warum? Kochen, so finde ich, sollte in erster Linie pragmatisch ausgerichtet sein und die Auswahl dessen was man isst, sollte durch Vernunft geleitet sein. Ich meine man sollte sich auf seine Schlüsselnährtoffe konzentrieren und auch an so inretessante Dinge wie die gesundheitsfördernden Eigenschaften pflanzlicher Sekundärstoffe denken. Außerdem sollte man tatsächlich abwägen, ob das Geld das man für’s Essen ausgibt, zu einem vernünftigen und realitsischen Prozentsatz nicht wirklich besser für karitative, idealistische oder ähnliche Zwecke gespendet werden sollte.

Die Zeit die man damit verbingt seinen Blog mit Rezepten und wirklich tollen Fotos von irgendwelchen spannenden bis hin zu undefinierbaren veganen Gerichten zu füllen, könnte man auch damit verbringen, sich und andere mit anderen Themen zu befassen.